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In eigener Sache

"Nur wer sich ändert, bleibt sich treu"

GWI-TeamNeu gegründet: Gunda-Werner-Institut für Feminismus & Geschlechterdemokratie
 
Die Heinrich-Böll-Stiftung hat sich aufgemacht, neue Wege in der Auseinandersetzung mit Feminismus und Geschlechterdemokratie zu beschreiten:

Ab Juni 2007 werden das Feministische Institut und die Stabsstelle Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie der Heinrich-Böll-Stiftung ihre bisherige, getrennte politische Arbeit verbinden und gemeinsam fortsetzen, und zwar im neu gegründeten Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie.
Das neue Institut ist in der Satzung der Heinrich-Böll-Stiftung als eigenständige Einheit verankert, sein Profil in einem eigenen Statut festgeschrieben.

Am Freitag, den 15. Juni 2007, fand die Auftaktveranstaltung zur Eröffnung des Gunda-Werner-Instituts für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung statt. Weitere Informationen zur Auftaktveranstaltung finden Sie [hier].


Was hat uns zu diesem Schritt bewogen?

Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungsprozesse gerade auch in Bezug auf die bestehende Geschlechter(Un)ordnung sehen wir uns als gestaltende gesellschaftliche AkteurInnen herausgefordert, unsere Kompetenzen und Kräfte in diesem Bereich zu überdenken und mit neuen Diskursen emanzipatorische Prozesse in der Gesellschaft voranzutreiben. Das bedeutet, wir wollen
  • Geschlechterthemen neu politisieren- nach innen und aussen, 
  • unsere Kräfte bündeln und die Zusammenarbeit miteinander verstärken, 
  • vorhandene Netzwerke ausbauen und neue erschließen, 
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Analyse und Praxis klären, 
  • an bewährte Profile anknüpfen und weitere entwickeln, 
  • mehr (grüne) Männer als Bündnispartner gewinnen, um 
  • gemeinsam politisch schlagkräftiger zu werden!

Das neue Institut hat folgende Ziele und Aufgaben

  • Aktuelle und zentrale gesellschaftspolitische Fragestellungen exemplarisch bearbeiten
  • Feministische, frauen- und männerpolitische, geschlechterdemokratische Perspektiven aufeinander beziehen und in Politik und Praxis einbringen
  • Europäische und internationale Diskurse einbeziehen und fruchtbar machen
  • Unterstützung bei genderorientierter Qualitätsentwicklung in der politischen (Weiter-) Bildung und Beratung geben – intern und extern
  • Politische Partizipation von Frauen und gender-kompetenten Menschen befördern.

Strategisch bedeutet das für uns, dass wir national und international

  • feministische Theorie und Praxis voranbringen und Agenda Setting betreiben,
  • Gender-Kompetenzen ausbauen und emanzipatorische Netzwerke stärken,
  • Gleichstellungspolitik(en) und Gender Mainstreaming fördern werden.

Formen der Vermittlung sind hierbei:

  • Neue Medien: Weiterentwicklung der virtuellen Plattform GLOW des Feministischen Instituts in Zusammenführung mit den Internetangeboten der Stabsstelle Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie zu einer weltweiten virtuellen Informations-, Lern- und Vernetzungsplattform zu Gender und Feminismus (2-sprachig)
  • verschiedene Veranstaltungsformate wie Fachtagungen, Konferenzen, Workshops
  • dialogische Formate wie Ladies Lunch und Forum Männer
  • Publikationen, z.B. Schriftenreihen zu Gender und Feminismus, Dokumentationen, Dossiers und Diskussionspapiere

gemeinsam trainierenWir werden aktuelle und zentrale gesellschaftspolitische Frage- und Themenstellungen aus unterschiedlichen geschlechterpolitischen Perspektiven exemplarisch bearbeiten, um die unterschiedlichen Sichtweisen, Einschätzungen, Wege und Bewertungen (feministische oder andere frauenpolitische, männerpolitische, geschlechterdemokratische) sichtbar zu machen und im Bezug aufeinander neue gesellschaftspolitische Konzepte und Alternativen zum Mainstream zu entwickeln.
Dabei werden wir einerseits bisherige Arbeitsschwerpunkte beibehalten, andererseits neue inhaltliche entwickeln, die dem neuen Profil des Gunda-Werner-Instituts entsprechen.

Schwerpunkte, auf die wir unsere Arbeit in den nächsten Jahren konzentrieren:

1. Schwerpunktbereich „Geschlechterarrangements der Zukunft“

  • Friedens- und Sicherheitspolitik
    Vorantreiben der Theoriebildung und politischen Debatte zur Bedeutung von Gender in der Friedens- und Sicherheitspolitik;
    Vernetzungsaktivitäten und Lobbyarbeit zur Umsetzung der UN-Resolution 1325 – in der europäischen Friedens- und Sicherheitspolitik sowie im internationalen Rahmen

  • Eigenständige Existenzsicherung
    als Grundvoraussetzung für gerechte, gleichberechtigte Geschlechterverhältnisse;
    in 2007: Schwerpunkt auf feministischen und geschlechterdemokratischen Aspekten der Debatte zu Grundeinkommen und Grundsicherung
    2. Schwerpunktbereich „Gender-Kompetenzen stärken“

2. Schwerpunktbereich „Gender-Kompetenzen stärken“

  • Geschlechterpolitiken in Europa
    Erfahrungsaustausch und wechselseitige Impulsgebung,
    neue Handlungsfelder und Handlungsoptionen sowie Strategien für die EU-Politik erschließen,
    EU-Projekt „Fit für Gender Mainstreaming - Geschlechtersensibel Grenzen zwischen Ost und West überschreiten“ (Qualifizierungsmaßnahme für Gender-TrainerInnen und Politik-BeraterInnen sowie Veranstaltungsreihe in den 4 Partnerländern Polen, Tschechien, Österreich und Deutschland)

  • Feminismus und Geschlechterdemokratie weiterdenken
    Denk- und Diskursräume (er)öffnen in Form von Ladies Lunch, Forum Männer, AG GenderGrün und internationalen Dialogen

MitarbeiterInnen des Gunda-Werner-Instituts sind:

  • Gitti Hentschel und Henning von Bargen (Institutsleitung)
  • Ulrike Allroggen (Referentin)
  • Christiane Bornstedt und Karin Fröhlich (Projektkoordination und Sachbearbeitung)



Berlin, im Mai 2007



Zum Nachlesen

Wissenswertes über das
>> Profil des Feministischen Instituts
Mehr Infos zur Arbeit der
>> Stabsstelle Geschlechterdemokratie
Ein Diskussionsbeitrag (PDF) zu
>> Autonomie und Integration am Beispiel des FI
Aktuelle Debatten:
>> Nachdenken über Gender Mainstreaming
So fing es an:
>> Geschichte des Feministischen Instituts
Die Ursprungsidee:
>>
Grundgedanken zu Geschlechterdemokratie
>> Halina Bendkowski und die Geschlechterdemokratie

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Aktualisiert: 20.07.2007, meb