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Auftaktveranstaltung zur Eröffnung des Gunda-Werner-Instituts für Feminismus und Geschlechterdemokratie

"Nur wer sich ändert, bleibt sich treu"


Das Feministische Institut und die Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung sind im Frühjahr 2007 zum Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung fusioniert. Das neue Institut will die politische Schlagkraft erhöhen und die Entwicklung gesellschaftspolitischer Alternativen jenseits des Mainstreams vorantreiben.

Am Freitag, den 15. Juni 2007, fand die Auftaktveranstaltung zur Eröffnung des Gunda-Werner-Instituts für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung statt. 

Das GWI-Team bei der Auftaktveranstaltung 
GWI-Team, von l.n.r.: Henning von Bargen, Gitti Hentschel, Ulrike Allroggen, Karin Fröhlich, Christiane Bornstedt.
Fotografin: Gabriele Fromm



Programm 


BERLIN, 15. JUNI 2007
15.00 Uhr




Begrüßung und Einführung
Barbara Unmüßig,Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
Gitti Hentschel und Henning von Bargen, Leitung Gunda-Werner-Institut
Ulrike Allroggen, Referentin Gunda-Werner-Institut 

15.40 Uhr 



Grußworte und Resonanzen von uns Nahestehenden
Claudia Roth, Bündnis 90 /Die Grünen
Dag Schölper, Sprecher Forum Männer

16.00 Uhr 


FILM „GESCHLECHTERROLLEN 2020“
Autorin Helga Braun
, i:campus, Hamburg 

16.30 Uhr 

Kaffeepause 

17.00 Uhr









INTERGENERATIONELLER GESCHLECHTERDIALOG
Talkrunde mit:
Tina Thürmer-Rohr
Andrea Ferber
Nikita Dawan
Peter Döge
Klaus Schwerma
Dag Schölper
Moderation: Heide Oestreich und Thomas Gesterkamp

19.00 Uhr 

Pause 

19.15 Uhr


Kabarett
ANA & ANDA 

19.45 Uhr


FEST MIT MUSIK UND SCHWOF
Eröffnung durch den Frauenrat der Heinrich-Böll-Stiftung 

20.45 Uhr  DAMENORCHESTER SALOMÉ 
 

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Beiträge auf der Auftaktveranstaltung


Barbara Unmüßig während ihrer Eröffnungsrede

Eröffnungsrede von Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
Barbara Unmüßig blickt auf die Geschichte der Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie zurück und spricht über Motive zur Gründung des Instituts, über die Namensgeberin Gunda Werner sowie über geschlechterpolitische  Herausforderungen.
Die vollständige Eröffnungsrede als >> PDF Download

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Impressionen von der Veranstaltung

 

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Statements zur Eröffnung des Instituts

Kai Gehring Kai Gehring MdB, jugend- und hochschulpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen
Die Auseinandersetzung um Feminismus und Geschlechterdemokratie hat in den Zusammenhängen der Heinrich-Böll-Stiftung eine gute Tradition. Es ist vielversprechend, diese Kompetenzen zu bündeln. Mit dem Gunda-Werner-Institut wird ein Ort zum gemeinsamen Bearbeiten dieser zentralen gesellschaftlichen Zukunftsfrage für Frauen und Männer geschaffen...
Das vollständige Grußwort als >> PDF Download 
Adrienne Goehler Adrienne Goehler, Psychologin, Senatorin a. D., freie Publizistin und Kuratorin, Berlin
Das Gunda-Werner-Institut ist allein deshalb wertvoll, weil es das einzige in der politischen Bildungslandschaft ist, das außerhalb des universitären Raums existiert (in dem die feministischen Ansätze auch eher abnehmen). Mit Sorgfalt beobachtet werden muss allerdings, ob die Geschlechterdemokratie nicht die feministischen Fragen zum Verschwinden bringt. Feminismus und eine eigenständige Männerpolitik werden hoffentlich für einander etwas durchlässiger werden...
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Ulrike Helwerth Ulrike Helwerth, Deutscher Frauenrat, Berlin
Wie heißt es immer so schön: Es wächst zusammen, was zusammengehört. Das Gunda-Werner-Institut ist dafür ein gutes Beispiel. Und Gunda wäre stolz gewesen. Um den Feminismus ist es mir in der Heinrich-Böll-Stiftung auch nach der Fusion nicht bang, wohl aber um die Gender-Arbeit, die - Geschlechterdemokratie hin oder her - nicht richtig fokussiert ist. Gender wird auch in der Arbeit der hbs nach wie vor mit "Frau" bzw. Feminismus assoziiert. Die Männerseite der Gender-Arbeit wird hingegen kaum sichtbar...
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Ilse Lenz Ilse Lenz, Professorin für Soziologie (Frauen- und Sozialstrukturforschung), Ruhr-Universität Bochum
Das Institut kann viel bewirken, wenn es von der Stiftung voll getragen und unterstützt wird. Nun ist die exzellente dezentrale Kompetenz gebündelt. Die Organisationssoziologie sagt, dass vernetzte kleine Einheiten wie im bisherigen Modell wunderbar kreativ sein können und dass andererseits für Gender Mainstreaming die klare Unterstützung des Spitze und die Koalitionen auf allen Ebenen wesentlich sind. Das Institut hat die Chance, öffentlichkeitswirksam emanzipative Geschlechterpolitik voranzubringen...
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Birgit Meyer Prof. Dr. Birgit Meyer, Fakultät Soziale Arbeit/Gesundheit und Pflege der Hochschule Esslingen und Frauenrätin der Heinrich-Böll-Stiftung 
Nach anfänglichem Zögern bewerte ich die Zusammenführung der Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie mit dem Feministischen Institut der Heinrich-Böll-Stiftung unter dem Dach des Gunda-Werner-Instituts für Feminismus und Geschlechterdemokratie sehr positiv. Die Fragen, die der philosophische Feminismus Anfang der 70er Jahre aufgeworfen und die Kritik, die der politische Feminismus an die gesellschaftlichen Machtverhältnisse gerichtet hat, sind heute keineswegs erledigt, auch wenn wir Zeichen einer neuen Frauen-Generation wahrnehmen, die der "Spiegel" etwas überpointiert die "Alpha-Mädchen" nennt...
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Omid Nouripour

Omid Nouripour, MdB Bündnis90/Die Grünen
Ich gratuliere zur Neugründung des Gunda-Werner-Instituts. Es wird einen großen Beitrag leisten können für die Gleichstellung der Geschlechter.
Geschlechterdemokratie funktioniert nicht nur so, dass Frauen sich ein Stück der Macht erkämpfen. Geschlechterdemokratie funktioniert nur, wenn auch Männer von sich aus begreifen, dass sie die Hälfte der Macht abgeben müssen. Dafür brauchen wir Feminismus auf der einen Seite, aber auch eine eigenständige Männerpolitik auf der anderen Seite. Das neu gegründete Gunda-Werner-Institut steht für die Zusammenführung dieser beiden Fundamente...
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Irene Reifenhäuser Irene Reifenhäuser, Organisationsentwicklerin, Karlsruhe
Ich denke wir müssen diese Gründung als echten Schritt nach vorne ("dritter Weg") kommunizieren, um uns damit an die Spitze der Bewegung zu stellen und dies als Symbol für die neue Qualität der Entwicklung dar zu stellen, die in den normalen Organisationen weg von der Frauenbeauftragen hin zur Genderbeauftragten führt und damit dem differenzierten Thema nicht gerecht wird! Feminismus und eine eigenständige Männerpolitik werden nicht überflüssig! Das ist das Thema dieses dritten Weges, wo es nicht heißen kann, wir lassen jetzt etwas weg, sondern wir stellen es in neue Zusammenhänge und erreichen so eine Synergie und ein Blickerweiterung, die uns effektiver und offener agieren lässt...
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Claudia Roth

Claudia Roth, MdB, Bündnis90/Die Grünen
Die Zusammenlegung des Feministischen Instituts mit der Stabsstelle Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie ist ein Gewinn für beide Seiten. Gemeinsam seid Ihr stark und könnt weiter wachsen!

Für uns Grüne ist wichtig, dass Ihr streitbar bleibt, dass Ihr auch unbequeme Themen setzt und Diskussionen herausfordert. Wir brauchen weiterhin feministische und genderpolitische Impulse und freuen uns darauf, in alten und neuen Formaten mit Euch zu debattieren. Die Themen Migration, Friedens- und Sicherheitspolitik und Grundsicherung/Grundeinkommen stehen ganz oben auf der Agenda und fordern uns heraus, quer zu denken und Lösungen zu finden.

Astrid Rothe-Beinlich

Astrid Rothe-Beinlich, Frauenpolitische Sprecherin Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen
Als Mitglied in der Mitgliederversammlung der hbs habe auch ich der Gründung des Gunda-Werner-Institutes zugestimmt, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Zum einen erhoffe ich mir tatsächlich, dass sich das Institut mit dem neuen Namen - wie in der Einladung für den 15. Juni 2007 angekündigt - trotz der Veränderung treu bleibt, sprich Feminismus aber auch die Männerpolitik im Blick behält und das nicht nur als Analysekategorie. Zum anderen meine ich, dass so schon institutionell vereinfacht neue Begegnungsorte geschaffen werden können auf dem Weg hin zu tatsächlicher Geschlechterdemokratie, dem Leitgedanken des GWI...
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Werner Sauerborn

Werner Sauerborn, Paps e.V.
Ich weiß nicht, ob Gunda Werner damals die organisatorische Integration angedacht hatte - sicher nicht schon für damals. Aber sie ist die logische Konsequenz aus dem von ihr mit entwickelten Konzept der Geschlechterdemokratie. Feminismus, Frauen- und Männerpolitik organisatorisch unter ein Dach zu bringen kann nicht das Ende des eigenständigen Denkens der unterschiedlichen Ansätze bedeuten. Aber es zwingt sie zum wechselseitigen Nutzen, die Perspektive des anderen Geschlechts bzw. der Diversität mitzudenken. Geschlechterpolitik wird nur eine Perspektive haben, wenn Männer und Frauen, die eine geschlechterdemokratische Vision haben, das auch zusammen durchsetzen...
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Ute Scheub

Ute Scheub, Frauensicherheitsrat, Berlin
Ich kann von außen nicht beurteilen, ob die Neuausrichtung Sinn macht oder nicht - das wird die Praxis zeigen.

Auf jeden Fall wäre mir aufs heißeste daran gelegen, dass auch das neue Institut den Schwerpunkt Außen- und Sicherheitspolitik beibehält. Nicht nur, weil sich hier das Feministische Institut ein unverwechselbares Profil geschaffen hat. Sondern vor allem, weil es so dringend nötig ist, dass die nach wie vor extrem männerbündlerische Sicherheitspolitik beobachtet, analysiert und feministisch kritisiert wird. Macht ja sonst niemand!

 

Dag Schölper, Sprecher des Koordinationskreises des Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse
Durch die ideelle, finanzielle und infrastrukturelle Unterstützung des Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse durch die Stabsstelle Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung bereitstellen konnte, wurde ein in dieser Form wohl einzigartige geschlechterpolitische Institution etabliert. Es entstand ein Forum, in dem Männer (nicht nur) vom „Fach“ die Geschlechterverhältnisse in ihrer theoretischen und praktischen Relevanz erörtern können. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden zeigte, dass dies immer auch einen Gutteil Fachfrauen interessierte (zwischen ein und drei Viertel). Es wuchs ein Forum, in dem aus einer Perspektive auf Männlichkeiten und Männer Fragen aufgeworfen und diskutiert werden können, die ansonsten keinen festen, gar institutionalisierten Platz finden...
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Helen Schwenken Dr. Helen Schwenken, Universität Kassel 
Feministische Perspektiven haben im Zuge der Umstrukturierungen bei der Heinrich-Böll-Stiftung - so meine Einschätzung - einen zunehmend schweren Stand, sowohl inhaltlich als auch strukturell. Allerdings bin ich erleichtert, dass zumindest der Begriff ‚Feminismus’ im Institutsnamen weitergetragen wird, hoffentlich nicht nur nominell. Schließlich sind Feminismus und Geschlechterdemokratie nicht das Gleiche. Feministische Perspektiven und feministische Politiken haben und behalten in Zukunft ihre Aktualität...
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Christina Thürmer-Rohr, Philosophin, Psychologin, Berlin
Das Experiment, Feminismus und Geschlechterdemokratie unter ein Dach zu bringen, ist zeitgemäß und  pragmatisch, es macht neugierig. Und es bleiben Zweifel: Es heißt, Geschlechterdemokratie sei ein „kommunikativer Prozess“ zwischen Männern und Frauen, ein „kontinuierlicher offener Dialog“, getragen von der Erwartung, dass beide sich gemeinsam für eine geschlechtergerechte Gesellschaft einsetzen. Das klingt natürlich gut. Dennoch bleibt der Ansatz umstritten – nicht nur, weil die einen erleichtert  sind und die Beschwichtigung des Geschlechterkampfs erhoffen, die anderen besorgt und die Beerdigung feministischer Anliegen befürchten...
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Mehr zum Thema:
In Ihrem Aufsatz "Die Wahrheit über eine zweigeschlechtliche Welt gibt es nicht" umreißt Christina Thürmer-Rohr verschiedene Stadien der Geschlechterdebatten, von der feministischen Bewegung der 60er-80er Jahre bis hin zur heutigen Praxis des gender mainstreaming, und weist auf Unterschiede und Grenzen hin. Den Aufsatz finden Sie im [Archiv]

  Maren Bock, Geschäftsführerin von belladonna, der größten Frauenkultur- und Bildungseinrichtung Deutschlands mit Sitz in Bremen 
Ich halte die Gründung des Gunda-Werner-Instituts für eine gute Chance und Herausforderung in der jetzigen Zeit, feministische und geschlechterdemokratische Themen zusammenzubringen. Gleichzeitig dürfen die beiden Bereiche nicht ihrer Autonomie beraubt werden.
Die Fusion dieser beiden Themenbereiche erhöht die Wirksamkeit und Strahlkraft dieser gesellschaftlich immer noch so wichtigen Themen. Die Herausforderung besteht darin, dass sich tatsächlich ein Dialog zwischen Feministinnen und GeschlechterdemokratInnen herausbildet und ein Prozess neuer Begegnungen entsteht...
Das vollständige Statement als >> PDF Download

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Das Gunda-Werner-Institut

Institutsleitung:
Gitti Hentschel
hentschel@boell.de

Henning von Bargen
vonbargen@boell.de

Referentin:
Ulrike Allroggen
allroggen@boell.de

Projektkoordination und -bearbeitung:
Christiane Bornstedt
bornstedt@boell.de

Karin Fröhlich
froehlich@boell.de

 

Kontakt
Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung
Hackesche Höfe
Rosenthaler Straße 40/41
10178 Berlin
Fon: 030 - 285 34 - 122
Fax: 030 - 285 34 - 109
E-Mail: gwi@boell.de
Internet: http://www.gwi-boell.de/

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Aktualisiert: 21.05.2008, meb