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Themen und Projekte » Politik International » Femme Globale » Themen » Fundamentalismen u. Frauenrechte|3 » Workshop 3.1
   

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Thema 3

Fundamentalismen und Frauenrechte

Workshop 3.1

"Einheit versus Vielfalt und Pluralität"

Freitag, 09.09.2005, 14.45-16.30 h
Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Indien, Nigeria, Pakistan, Palästina, Thailand, Türkei
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   | ReferentInnen

Indem Gesellschaften ein einziges und einheitliches Konzept aufgedrängt werden soll, wird kein Raum für unterschiedliche Konzepte und Vorstellungen gelassen. Indem fundamentalistische Strategien als die einzig wahren dargestellt werden, sollen politisch Oppositionelle zum Schweigen gebracht und als illegitim diffamiert und unterdrückt werden. Daher werden fundamentale Menschenrechte negiert.

Es muss eine Strategie gegen dieses allumfassende Konzept von Gesellschaft, welches jegliche Vielfalt innerhalb von Gesellschaften negiert, entwickelt werden. Es wird kein Raum für ein multi-kulturelle Verständnis von Gesellschaft und für unterschiedliche Interessen gelassen. Diese Konzepte haben ein wesentliches gemeinsames Hauptmerkmal: sie negieren jegliche Rechte von Individuen. Individuen werden als Teil der kleinsten Einheit der Gesellschaft betrachtet: der Familie. Ihre Rechte sind beschränkt auf die Rolle innerhalb dieser Einheit. Das Familienkonzept dieser fundamentalistischen Ideologien basiert auf spezifischen Rollenzuschreibungen für Frauen innerhalb der Familien. Es lässt keine unterschiedlichen sexuellen Vorlieben und keine unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens zu. Es verwehrt den Frauen die Entscheidung, nicht zu heiraten und, es verbietet das Recht auf unterschiedliche soziale und politische Gesellschaftsmodelle. Fundamentalismen tendieren zu autoritären Systemen, welche Männern und Frauen bestimmte Rollen in der Gesellschaft zuschreiben. Alternative Lebensweise und Politik sind nicht erlaubt.

Unterschiedliche Fundamentalismen richten sich gegen unterschiedliche Lebensweisen von Gruppen, die als „Outsiders“ betrachtet werden. Wir müssen die Kräfte und Interessen dieser fundamentalistischen Gruppen verstehen, um Strategien gegen diese Einheits-Konzepte zu entwerfen. Da diese Ideologien meist mit Moral und Ethik argumentieren, sind feministische Bewegungen mit besonderen Problemen bei der Artikulation ihrer Forderungen konfrontiert. Wir müssen uns fragen, inwieweit die fundamentalistischen Konzepte unsere eigenen politischen Strategien beeinflussen und uns darüber bewusst werden, wie sich diese auf unsere eigenen Konzepte auswirken. Häufig ziehen Feministinnen aufgrund der moralischen Angriffe, denen sie ausgesetzt sind, bestimmte politische Forderungen zurück. Daher müssen  wir spezifische Strategien gegen diese mit Moral und Ethik durchsetzten Angriffe von den Fundamentalisten entwerfen.

   | Kontakt

Ulrike Dufner, Heinrich Böll Stiftung, Istanbul, Türkei 
E-Mail udufner@boell-tr.org, Homepage http://www.boell-tr.org/

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Aktualisiert: 23.08.2005, hbr