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Thema 6 |
Globalisierung, Migration und Zukunft der Arbeit |
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Workshop 6.5 |
"Der Kampf um Arbeitnehmerinnenrechte in der globalen Textilproduktion" |
 Samstag, 10.09.2005, 11.30h- 13.15h Kampagne für Saubere Kleidung

| Referentin
Jeans, T-shirt, Pullover und Sportschuh – anhand unserer alltäglichsten Gebrauchsgegenstände lässt sich das große Schlagwort Globalisierung gut verdeutlichen. 160 Länder sind an der Produktion von Textilien beteiligt und bevor unsere Jeans auf dem Warentisch laden, reisen sie oftmals einmal um die Welt. Die einzelnen Produktionsschritte erfolgen immer dort, wo es gerade am billigsten ist und der Weg führt vom Design in New York, zum Baumwollanbau in Indien, Färben der Baumwolle in Bangladesch, Zuschneiden und Zusammennähen in China ... Doch unter welchen Bedingungen werden die Produkte hergestellt?
Im gnadenlosen Preiskampf auf dem globalen Textilmarkt bleiben Menschen und Umweltrechte auf der Strecke. Die Einkaufspraktiken der Unternehmen basieren auf rücksichtlosen Preisdruck und der Forderung nach schneller und flexibler Lieferung. Die Multinationalen Unternehmen erwirtschaften ihre Profite auf Kosten der Würde, Gesundheit und Sicherheit der ArbeiterInnen in den Nähfabriken des Weltmarktes.
Das Beispiel Bangladesch In Bangladesch arbeiten ca. zwei Millionen Menschen in über 3000 Textilfabriken. Viele Familien auf dem Land leben in extremer Armut und schicken ihre Töchter in die Städte, um dort in der Textilindustrie zu arbeiten. In den Fabriken der Bekleidungsindustrie sind zu 90 Prozent Frauen im Alter unter 25 Jahren beschäftigt. Für die Mädchen und Frauen stellt die Textilindustrie die einzige Möglichkeit dar, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Durch die Arbeit in der Textilindustrie verfügen die Frauen und Mädchen zum ersten Mal in ihrem Leben über eigenes Geld. Doch diese neue Freiheit wird durch die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen schnell relativiert: Arbeitszeiten von bis zu 16 Stunden am Tag, keine Bezahlung von Überstunden, Verbot von Gewerkschaften, sexuelle Übergriffe der Aufseher und ein Lohn, der zum Leben nicht ausreicht. Die Beschäftigten können sich gegen Ausbeutung und Missbrauch kaum wehren. Das Recht sich gewerkschaftlich zu organisieren wird ihnen verweigert. Die Frauen in den Fabriken unterstehen grundsätzlich der männlichen Aufsicht und das Fabrikmanagement besteht aus Männern. Über ihren Arbeitsalltag in einer Textilfabrik in Bangladesch berichtet eine Näherin: „Den Lohn erhalte ich immer erst einen halben Monat später, die Überstunden werden nicht richtig gezählt und erst am Ende des folgenden Monats bezahlt. Wenn ich einen Tag fehle, werden mir 2 Tage vom Lohn abgezogen. Um auf die Toilette zu gehen, muss ich mich in eine Warteliste eintragen. Die Luft ist schlecht, es ist sehr eng und nicht sauber, deshalb habe ich öfters Kopfschmerzen und Fieber.“
Der Druck der KonsumentInnen Lange Zeit haben sich die Multinationalen Unternehmen wie beispielsweise Adidas, Karstadt/Quelle oder Tchibo geweigert die Verantwortung für die ArbeiterInnen zu übernehmen, die ihre Produkte herstellen. Der zunehmende Druck der KonsumentInnen hat in den vergangen Jahren dazu geführt, dass die Problematik der globalen Textilindustrie in das Licht der Öffentlichkeit gerückt ist. Die „Clean Clothes Campaign“ (CCC), die in Deutschland vom INKOTA-netzwerk mitgetragen wird, engagiert sich seit 1990 für die Einhaltung von Arbeitsstandards in der Textilproduktion. Die CCC ist in 12 europäischen Ländern aktiv und arbeitet mit Partnerorganisationen auf der ganzen Welt zusammen. Mit ihrer Kampagnenarbeit macht die CCC auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen aufmerksam, unter denen unsere Kleidung hergestellt wird.
Der Workshop soll zunächst Hintergrundinformationen zu den Arbeitsbedingungen in der weltweiten Textilindustrie am Beispiel Bangladesch geben. Anschließend wollen wir unsere Rolle als KonsumentInnen im Kampf um ArbeitnehmerInnenrechte in der globalen Textilindustrie diskutieren. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, welchen Handlungsspielraum KonsumentInnen haben, um Einfluss auf die Einkaufspraktiken der Multinationalen Textilunternehmen auszuüben? | Kontakt
Evelyn Bahn, INKOTA-netzwerk e.V., E-Mail bahn@inkota.de, Homepage http://www.inkota.de/ und http://www.saubere-kleidung.de/
Aktualisiert: 11.08.2005, hbr
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