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Femme Globale - Themen

 

Übersicht über alle Themen des Kongresses 2005
 1 | Gender Mainstreaming
 2 | Frieden und Sicherheit
 3 | Fundamentalismen und Frauenrechte
 4 | Biopolitik
 5 | Informationsgesellschaft
 6 | Globalisierung, Migration und Zukunft der Arbeit
 7 | Living Globality




 Thema 1 |  Gender Mainstreaming

Ausgewählte Papers zu Gender Mainstreaming

Nachdenken über Gender Mainstreaming.
Bilanz eines radikalen gesellschaftspolitischen Konzepts zehn Jahre nach der Weltfrauenkonferenz in Peking
von Barbara Unmüßig
Beitrag herunterladen >>
Siehe dazu auch Panel 1.1

Eröffnungsrede zum Kongress 'Femme Globale - Geschlechterperspektiven im 21. Jahrhundert'
von Barbara Unmüßig
Beitrag herunterladen >>

Siehe dazu auch Panel 1.1

Comments on the HBF’s paper on Reflections on Gender Mainstreaming
by Gigi Francisco  
Download Paper >>
Siehe dazu auch Panel 1.2
Why we CANNOT engender the WTO
by  Gigi Francisco
Download Powerpoint Presentation PPT
Siehe dazu auch Panel 1.2

Incorporating Gender Considerations for the Designation of Special Products in WTO Agriculture Negotiations
by Maria Pia Hernandez
Download Abstract >>
Siehe dazu Workshop W 1.1

Ausführliche Literaturhinweise
auf der Seite [
Materialien]
Im Nachgang der UN-Weltfrauenkonferenz von Peking wurden von den weltweiten Frauenbewegungen mit Gender Mainstreaming sehr große Hoffnungen im Bezug auf das Erreichen von Geschlechtergerechtigkeit verbunden. Gender Mainstreaming sollte mit der Ansprache und Einbeziehung von Männern und der Anwendung in allen Politikfeldern und –bereichen weit über die klassische Frauenförderung hinausgehen.

Über internationale Vereinbarungen wie den Amsterdamer Vertrag und nationale Umsetzungsstrategien fand Gender Mainstreaming als Strategie, Methode und programmatisches Ziel den Weg in Ministerien, öffentliche Institutionen sowie deren Programme und Projekte. Nichts sollte – so der hohe Anspruch – vor Gender Mainstreaming sicher sein, denn eine geschlechterneutrale Politik, von Personalentscheidungen bis zur Budgetplanung gab es nicht mehr.

Einerseits sind mit Gender Mainstreaming große Erwartungen verbunden und zahlreiche Erfolge zu verzeichnen, andererseits bleibt der Begriff und was sich dahinter verbirgt, sperrig, und nur einem vergleichsweise kleinen Kreis von AkteurInnen ist der Umgang mit ihm vertraut.

Nach euphorischen Anfängen und einem Ankommen in der Realität von Bürokratien und schwerfälligen Institutionen, die Gender Mainstreaming umsetzen sollen, bleiben viele Fragen offen. In Podiumsdiskussionen und Workshops soll dazu beigetragen werden, ein breiteres Publikum mit Gender Mainstreaming vertraut zu machen, d.h. Wissen zu diesem Konzept zu vermitteln. Gleichzeitig sollen einzelne Aspekte von Gender Mainstreaming in den Workshops vertieft werden:
  • Was kann und soll Gender Mainstreaming leisten?
  • Welche Erfahrungen wurden rund um den Globus mit Gender Mainstreaming gesammelt? 
  • Welche Parallelen, aber auch Unterschiede gibt es in Nord und Süd, auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene?
  • In welchen Politikfeldern und Institutionen hat Gender Mainstreaming sich bewährt? Welche Bereiche stellen die aktuellen Herausforderungen dar?
  • Wie kann und soll Gender Mainstreaming Frauen und Männer als AkteurInnen einer geschlechtergerechten Politik einbeziehen?
  • Wo läßt sich Unterstützung für Gender Mainstreaming finden? Wo können wir Widerstände identifizieren? Mit welchen Strategien können „best practices“ genutzt und Widerstände bezwungen werden?

   > Veranstaltungen zu Gender Mainstreaming
   > Materialien zu Gender Mainstreaming
   > ReferentInnen zu Gender Mainstreaming
 


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 Thema 2 |  Frieden  und Sicherheit

Widerstände und Instrumentalisierung überwinden!
Frauen- und Geschlechterperspektiven in der Friedens- und Sicherheitspolitik

Ausgewählte Papers zu Frieden und Sicherheit

Sicherheit für alle. Eine feministische Kritik der neuen Sicherheitspolitik
vom Feministischen Institut der Heinrich Böll Stiftung auf Basis des fachlichen Inputs der AG „Gender in der Friedens-, Sicherheitspolitik und zivilen Konfliktprävention“
Beitrag herunterladen >>
Siehe dazu Workshop W 2.1

Comments on the Feminist Critique of the New Security Agenda
by Josefa "Gigi" Francisco
Beitrag herunterladen >>

Siehe dazu Workshop W 2.1

Ausführliche Literaturhinweise
auf der Seite [
Materialien]
Auch 10 Jahre nach Peking und 5 Jahre nach der UN-Resolution 1325 ist die Zahl der Frauen, die in entscheidenden Positionen im Bereich der Friedens- und Sicherheitspolitik sitzen und an Verhandlungen über Krieg und Frieden, über Nachkriegsordnungen oder über andere zentrale Fragen der Konfliktbearbeitung gleichberechtigt mitentscheiden, außerordentlich gering. Erst recht findet die Frage der Bedeutung der Geschlechterverhältnisse für die Entwicklung und Dynamik von (bewaffneten) Konflikten in der (inter)nationalen Friedens- und Sicherheitspolitik noch immer kaum Berücksichtigung. Zudem wird die Tatsache, dass viele Frauen und Kinder von Gewalt in ihrem sozialen Nahbereich bedroht und betroffen sind noch immer nicht als Sicherheitsproblem wahrgenommen.

Nach wie vor werden von Männern festgelegte Maßstäbe und Konfliktbearbeitungsstrategien als allgemeingültig gesetzt. Zugleich sind ZivilistInnen, allen voran Frauen, in besonderem Maße Leidtragende in Kriegen, militärischer Auseinandersetzungen (auch um natürliche Ressourcen) und auch in Nachkriegszeiten. Darüber hinaus leisten sie einen erheblichen Beitrag zur Krisenprävention, zivilen Konfliktbearbeitung und zum Wiederaufbau in Nachkriegsgesellschaften.

Angesichts der Vielzahl aktueller internationaler Konflikte und militärischer Interventionen und im Interesse der Ausschöpfung aller - zivilen - Möglichkeiten der Konfliktvermeidung, Krisenprävention und Konfliktbearbeitung steht die Berücksichtigung der Genderperspektive ebenso wie die durchgängige Partizipation von Frauen an Entscheidungen über kriegsrelevante Prozesse und friedensstiftende Maßnahmen auf der internationalen Agenda.

Der Schwerpunkt dieses Themenstrangs zielt auf die Schaffung von Problembewusstsein/ Wissen durch Problemaufriss und Stand der internationalen Debatte in diesem Bereich:

  • Was wurde seit Peking erreicht? An welche Grenzen sind die (inter)nationalen AkteurInnen innerhalb des internationalen Systems/ in einzelnen Ländern gekommen? Welche Strategien der Implementierung der Geschlechterperspektive und Durchsetzung der Partizipation der Frauen in der Friedens- und Sicherheitspolitik wurden verfolgt? Wo liegen die Hindernisse und Umsetzungsprobleme? 

  • Perspektivenentwicklung: Welche Strategien zur Umsetzung erscheinen auf der Basis der vorliegenden Erfahrungen erfolgversprechend? Mit welchen KooperationspartnerInnen? 

  • Mobilisierung/ Herstellung von Öffentlichkeit/ weitere Vernetzung (inter)nationaler AkteurInnen


   > Veranstaltungen zu Frieden und Sicherheit
   > Materialien zu Frieden und Sicherheit
   > ReferentInnen zu Frieden und Sicherheit
 

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 Thema 3 |  Fundamentalismen und Frauenrechte

Ausgewählte Papers zu Fundamentalismen und Frauenrechte

Religiöser Fundamentalismus gegen Frauenrechte, auf internationaler, EU- und deutscher Ebene
von Franziska Brantner
Beitrag herunterladen >>
Siehe dazu Workshop W 3.2

IN GOTTES NAMEN? Frauen und Fundamentalismus
Böll.Thema (Magazin der Heinrich-Böll-Stiftung)
Ausgabe 1, 2006
Ausgabe herunterladen >>
Ausführliche Literaturhinweise
auf der Seite [
Materialien]
Fundamentalismen werden verstanden als politisches Projekt, das von bestimmten Gruppen in unterschiedlichen Ländern verfolgt wird. Im Bestreben politische und ökonomische Macht zu erhalten oder zu erlagen, entwickeln diese Gruppen eine Vision von Gemeinschaft bzw. von Nation, die suggeriert dass nur ein einziges soziales und gesellschaftliches Konzept mit der Vision von Gemeinschaft/ Nation in Einklang zu bringen ist. Hinter diesen fundamentalistischen Projekten verbergen sich politische Kräfte, die Religion - Christliche, Muslimische, Jüdische oder andere - benutzen, um ein bestimmtes „heiliges“ Konzept von Gesellschaft als das einzig wahrhaftige zu oktroyieren. Sie sprechen das Recht ab, zwischen verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Konzepten zu wählen. Ihr Verständnis wird als das einzig legitime dargestellt. Sie lassen keinen Raum für Opposition, für alternative Vorstellungen oder für individuelle Rechte. Sie versuchen, oppositionelle Kräfte zum Schweigen zu bringen, üben Druck auf diese aus und wollen eine homogenisierte Gesellschaft formen.

Die Podiumsdiskussion und die Workshops dieses Themenstrangs wollen Fundamentalismen aufdecken, analysieren und die dahinter stehenden Motive verstehen. Zudem soll aufgezeigt werden, wie diejenigen, die andere als „Fundamentalismen“ bezeichnen, schnell selbst als solche gelten können. Es geht darum aufzuzeigen, welche Konsequenzen fundamentalistische Strömungen und Bewegungen auf das Leben von Frauen und Männern haben. Denn solche Bewegungen tendieren zu totalitären Systemen, in denen Vielfalt und Pluralität von Lebensentwürfen und –stilen, sexuellen Vorlieben und politischen Orientierungen nicht gewollt bzw. massiv unterdrückt werden.

Darüber hinaus sollen jedoch auch Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Menschen, die sich für Frauenrechte und gegen Fundamentalismen engagieren wollen, aktiv werden können - sei es in internationalen Kampagnen durch Ausnutzung einer bestimmten Auslegung des Völkerrechts, in nationalen Kampagnen von Frauenrechtsorganisationen oder ganz individuell im privaten Umfeld und sozialen Nahraum.


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 Thema 4 |  Biopolitik

Die neuen Biotechnologien eröffnen bislang ungekannte Möglichkeiten zum Eingriff in vordem unverfügbar erscheinendes menschliches Leben. Herkömmliche Vorstellungen vom Körper, von Verwandtschaft und von Gesundheit und Krankheit ändern sich mit dem Wandel gesellschaftlicher Standards und der Entstehung neuer Technologien, die es erlauben, immer früher in den menschlichen Entstehungsprozess einzugreifen. Die aus der Wissenschaft sich herleitende Technikgenese, das haben die Debatten über die Technikfolgenabschätzung und über Innovationspolitik gezeigt, ist gesellschaftlich nur schwer zu steuern. Wohl aber die gesellschaftlichen Wünsche und Phantasien, die Entdeckungen und Erfindungen in nachgefragte Technologien verwandeln helfen. Sie sind einer Debatte über soziale und ethische Konsequenzen sehr wohl zugänglich. Ziel der biopolitischen Debatte auf dem Kongress Femme Globale ist die Evaluierung der ethischen, sozialen, ökologischen und genderrelevanten Wünsche und Phantasien und Machtverhältnisse, die den neuen Reproduktionstechnologien zugrunde liegen.

Auf den großen, von Frauen getragenen UN-Konferenzen in Kairo und vor 10 Jahren in  Beijing wurde massiv eingefordert, die reproduktive Wahlfreiheit und die Wahlmöglichkeiten von Frauen im Sinne ihrer Selbstbestimmung zu erweitern. „Reproductive Freedom“ und „Reproductive Choice“ waren dabei wichtige Schlagwörter. Sie zielten auf Emanzipation von ungerechtfertigter Herrschaft und Diskriminierung und forderten Selbstbestimmung ein. Vor dem Hintergrund neuer Technologien mit bisher ungekannter Eingriffstiefe und ersten Anzeichen einer zum Beispiel durch PID ermöglichten Konsumenten-Eugenik müssen Begründung und Reichweite von Reproduktions- und Wahlfreiheit neu diskutiert werden. Zur argumentativen Begründung von Selbstbestimmung als Verantwortung für die Lebenden tritt vielfach der Rekurs auf die Menschenwürde des Embryo und die daraus abgeleiteten Verpflichtungen. Deutet sich darin schwindendes Zutrauen in die sozialen Kompetenzen verantwortlichen Umgangs mit dem reproduktionstechnisch Möglichen an?

Auf diese Fragen wird es von den verschiedenen Frauenbewegungen sehr unterschiedliche Antworten geben. In Panel und Workshop soll der Versuch einer Systematisierung und einer Selbstaufklärung unternommen werden.

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 Thema 5 |  Informationsgesellschaft


Ausgewählte Papers zu Informationsgesellschaft

Women's Struggles in the IS - From Beijing to WSIS and Beyond
by Anita Gurumuthy (2005)

Download Paper >>
Siehe dazu auch Panel P 5.1

Women Contesting the 'Information Society':
From the Fourth World Conference on Women in Beijing (1995) to the World Summit on the Information Society (WSIS 2003, 2005) and Beyond
by Anita Gurumuthy (2005)
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Siehe dazu auch Panel P 5.1

Which 'building' for the Information Society in Latin America: 
A challenge in discourse and practices for gender advocates and researchers
by Gloria Bonder (2005)
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Siehe dazu auch Panel P 5.1
Ausführliche Literaturhinweise
auf der Seite [
Materialien]
Der Zugang zu Bildung und Medien hat in vielen zeitgenössischen Frauenbewegungen von Anfang an einen großen Stellenwert besessen. Beides ist heute wichtiger denn je, denn der Siegeszug transnationaler Medienkonzerne und die asymmetrische informationstechnologische Vernetzung der Welt ( Nord-Süd, Männer-Frauen, Reich-Arm) schaffen neue Ausschlussmechanismen. Gleichzeitig eröffnen die neuen virtuellen Welten und Kommunikationsplattformen ungeahnte Möglichkeiten für die Vernetzung und Solidarisierung von Frauen und ihre effektivere Interessenvertretung.

Nicht nur lokale, nationale oder regionale zivilgesellschaftliche Frauenbündnisse haben sich Grundbildung, Medien und neue Informations- und Kommunikationstechnologien (IKTs) zu Nutze gemacht und für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an der sogenannten „Wissensgesellschaft“ oder „Informationsgesellschaft“ gestritten: Vor allem die globalen frauenpolitischen Zusammenschlüsse, die sich im Rahmen der zivilgesellschaftlichen Interventionen bei den Weltgipfeln der Vereinten Nationen gebildet haben, legten ein großes Gewicht auf erhöhten Bildungszugang für Mädchen und Frauen sowie geschlechtersensible Medienpolitik und Medienstrategien.

Fragen, die in bei der Podiumsdiskussion und in den Workshops diskutiert werden, sind u.a.

  • Welche gesellschaftlichen Gruppen von Männern und Frauen erbringen Bildungs- und Medieninhalte oder regulieren Bildung und Medien politisch? Welche Gruppen sind davon ausgeschlossen (auf nationaler Ebene und auf internationaler Ebene)?

  • Wer nutzt Medien zu welchen Zwecken? Welchen Einfluss auf geschlechtsspezifische Sozialisation besitzen die Medien?

  • Welche frauenpolitischen Interventionen in Bezug auf Bildung und Medien waren und sind die zentralsten Anliegen, und welche Reaktionen oder Veränderungen haben sie gebracht?

  • Welche Bedeutung hatten die UN-Weltgipfeln für diese Interventionen und Veränderungen?

  • Welche Ziele, Strategien und Bündnisse lassen sich aus diesen Erfahrungen für die Zukunft ableiten?

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 Thema 6 |  Globalisierung, Migration und Zukunft der Arbeit

Ausgewählte Papers zu Globalisierung, Migration und Zukunft der Arbeit

Das deutsche Work Life Balance Regime im europäischen Vergleich
von Birgit Pfau-Effinger

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Siehe dazu Workshop W 6.1

Geschlechterdemokratie und Lebensqualität in europäischen Wohlfahrtsstaaten
von Gisela Erler
Beitrag zum Download >>
Siehe dazu Workshop W 6.1

Ausführliche Literaturhinweise
auf der Seite [
Materialien]
Lange Zeit wurde mit dem Begriff der Globalisierung vor allem der Fluss von Waren- und Geldströmen rund um den Globus sowie eine immer schneller werdende Kommunikation ( vgl. Internet) assoziiert. Hinzu kommen die Menschen, die als ArbeitsmigrantInnen ihren Heimatort und häufig auch ihr Heimatland verlassen. In den letzten Jahren können wir einen weiteren Trend ausmachen: auch die Arbeit wandert. Fabriken, werden ab- und auf der anderen Seite des Planeten wieder aufgebaut. An einem Ort werden Arbeitsplätze abgebaut, anderswo entstehen neue.

Risiken entstehen dabei durch Produktionsverlagerungen und steigenden Druck auf Arbeitsbedingungen von ArbeitnehmerInnen auch und gerade bei den vermeintlichen Gewinnern der Internationalisierung der Wirtschaftsprozesse. Gleichzeitig finden sich Länder und Regionen, die Beschäftigung gewinnen und hohe Wachstumsphasen erleben ohne bisher ausreichende soziale Sicherungssysteme. Zudem wird deutlich, dass die Schere der Entwicklung immer weiter auseinander geht, da große Teile von Kontinenten völlig abgeschnitten sind von diesen Prozessen.

Beleuchtet werden in diesem Themenschwerpunkt ganz unterschiedliche Facetten der ökonomischen Globalisierung und ihre Auswirkungen auf Frauen, Männer und das Verhältnis der Geschlechter.

  • Welche Herausforderungen und Perspektiven liegen in der globalen Zukunft der Arbeit?
  • Wie wandern Frauen und Frauenarbeitsplätze? Wie verbessert oder verschlechtert die Mobilität die soziale Sicherheit der Frauen? Kann man die „Gewinnerinnen“ und die „Verliererinnen“ der Globalisierung so einfach trennen?
  • Wie begegnen die europäischen Wohlfahrtsstaaten der steigenden Frauenerwerbstätigkeit und welche Work-Life-Balance Regime haben sie implementiert?
  • Welche Ansätze gibt es, internationale Regime für Mobilität und soziale Sicherheit zu formulieren ( IOM, UNO, ILO)?
  • Welche Alternativen zum neoliberalen Paradigma der Globalisierung können aus feministischer Perspektive formuliert werden?

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 Thema 7 |  Living Globality

Der Themenstrang „Living Globality“ - „Globalität leben“ beschäftigt sich mit der Reflexion unserer von Globalisierung und Migration geprägten Lebenswelt. Globalisierungsprozesse wirken auf verschiedenen Ebenen: so können sie auch scheinbare Gewissheiten in Frage stellen. Sie bewirken eine erhöhte Geschwindigkeit bei der weltweiten Verbreitung und Interaktion von Menschen, Ideen und Informationen, von kulturellen wie ökonomischen Waren und Dienstleistungen, aber auch von mafiösen und kriminellen Strukturen. Diese Prozesse konfrontieren uns alle mit Wirklichkeiten entfernter Regionen und Gesellschaften. Der Globalisierung liegt eine expansive räumliche Logik zugrunde – das Überschreiten von Grenzen, existierenden Nationen und Staaten.

Der weltweite Zugang zu Informationen vom anderen Ende der Welt zeigt, dass die Lagen, Interessen und Lokalitäten von Frauen international und innerhalb westlicher multikultureller Gesellschaften sehr verschieden sind. Dennoch verstehen sich ‚weiße und okzidentale’ Positionen häufig als allgemeine und bestimmen internationale feministische Politik. Die Podiumsdiskussion des Themenstrangs soll auf der Grundlage neuerer Denkbewegungen traditionelle westliche Feminismus-Konzepte produktiv herausfordern und Einschätzungen zu globalisierten feministischen Denk- und Handlungsperspektiven geben. Das Ziel ist eine produktive kritische Reflexion auf das Konzept ‚Femme Globale’ dieses Kongresses, vor allem aber das Ausloten von politischen Projekten und punktuellen Allianzen der unterschiedlichsten nationalen und transnationalen Frauenbewegungen.

Zudem lenken die Workshops des Themenstrangs den Blick auf die Vielfältigkeit der Lebensrealität in Deutschland. Sie präsentieren schwarze deutsche Literatur und beschäftigen sich mit den Herausforderungen, mit denen MigratInnen - besonders in Schule und Arbeitswelt - konfrontiert sind. Zudem wird es um Frauen gehen, die durch Menschenhandel nach Deutschland kamen und häufig – mit und ohne ihr Einverständnis – in der Prostitution endeten.

In der Zusammenschau der Veranstaltungen wird deutlich, dass „deutsch“ zu sein, nicht zwangsläufig bedeutet weiss oder christlich zu sein. Zudem sind MigrantInnen nicht diejenigen, über die gesprochen, sondern mit denen diskutiert werden sollte, da Ihre Erfahrungen bereichernd und herausfordernd für die Selbstwahrnehmung und das Handeln der Mehrheitsgesellschaft sein können. Zuletzt geht es auch um die Möglichkeiten und Grenzen von Solidarität und Unterstützung über die Grenzen von Hautfarbe, Glaube, Nationalität und Aufenthaltsstatus hinweg.

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Aktualisiert: 21.04.2006, hbr