Frauenbewegung und Organisationsreform - von Netzwerken zum Organisationswandel
Abstract eines Vortrags
auf dem Workshop zu Ergebnissen und Perspektiven des 1. Gunda-Werner-Promotionskollegs "Geschlechterdemokratie und Organisationsreform im globalen Kontext", der von Studienwerk und Feministischem Institut der Heinrich-Böll-Stiftung am 13. Juni 2003 in Berlin veranstaltet wurde.
Prof. Ilse Lenz und Prof. Ursula Müller ziehen eine Bilanz in bezug auf die Ausgangsfragen des Kollegs; dieses wollte untersuchen, welche Auswirkungen neue Frauenbewegungen auf gesellschaftliche Modernisierungsprozesse haben, wie diese den Wandel von Organisationen beeinflussen, und wie Organisationen umgekehrt gesellschaftliche Modernisierungsprozesse mit gestalten.
Frauenbewegungen stoßen nach großen Erfolgen auf die hegemoniale und militärische Wende in der Weltpolitik, während sie auf die zivile Geschlechterdemokratie und den UN-Prozess gesetzt haben. Die Ansätze zum Organisationswandel allerdings zeigen ein ambivalentes Bild; zum einen gewinnen sie partiell eine Eigenlogik und verhelfen geschlechterdemokratischen Ideen zu einer - wenn auch verfremdeten - institutionalisierten "Karriere" (siehe z.B. EU, ILO u.a.); zum anderen zeigt sich empirisch auch eine Resistenz gegen geschlechterdemokratische Veränderungen, die sich der Realität globalisierter Verantwortung noch verweigert.
Aktualisiert: 02.06.2006, hbr