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ExpertInnen - Workshop am 12. Mai 2006 |
"Gewaltförmige Konflikte: Ursachen, Verlauf und Lösungsansätze im Licht der Geschlechterverhältnisse"
| Veranstalterin: Feministisches Institut und Projektgruppe "Demokratieförderung unter Bedingungen fragiler Staatlichkeit" (Heinrich-Böll-Stiftung)
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| Herausforderung
Um für Krisen und gewaltsame Konflikt wirksame Ansätze zur Entspannung zu finden, sind sorg-fältige Analysen der jeweiligen Ursachen und Hintergründe und die präzise Kenntnis der Verhältnisse vor Ort eine wesentliche Voraussetzung. Dies gilt auch für die |
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Entwicklung nachhaltiger Strategien zum Aufbau bzw. zur Neuordnung von Nachkriegsgesellschaften. Aus zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten wissen wir, dass Kriege, überhaupt jede Art gewaltförmiger Auseinandersetzung - ebenso wie staatliche Fragilität bis hin zum Staatszerfall -ökonomische, politische und historisch-kulturelle Ursachen haben. |
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 | In Folge werden solche Krisen dann häufig ethnoregional ausgetragen. Weniger bekannt sind Studien, die nachweisen, dass auch die jeweiligen Geschlechterverhältnisse und insbesondere Verschiebungen in den Geschlechterbeziehungen in den Gesellschaften für die Konfliktdynamiken eine wichtige Rolle spielen. Daher ist es dringend notwendig, auch die Geschlechterverhältnisse in Konflikt- und Akteursanalysen einzubeziehen. Nur dann können angemessene und nachhaltig wirkende Strategien zur Konfliktprävention und -bearbeitung entwickelt und wirksam werden.
Fachgespräch 
Die Heinrich-Böll-Stiftung beschäftigt sich in ihrer politischen Arbeit in Konflikt- und Krisenregionen u.a. mit der Frage, wie von externer Seite Demokratie-prozesse in Nachkriegsregionen oder in fragilen Staaaten gefördert und unterstützt werden können. Wichtige Auseinandersetzungen mit diesem Thema finden im Rahmen der Projektgruppe "Demokratieförderung unter Bedingungen fragiler Staatlichkeit" statt.
Daher lud das Feministische Institut der hbs gemeinsam mit dieser Projektgruppe am 12. Mai 2006 zu einem Fachgespräch ein, bei dem im Mittelpunkt die Frage stand: Welche Rolle spielen die Gesdchlechterverhältnisse in den jeweils konkreten Situationen für den Verlauf von Krisen und gewaltsame Auseinandersetzungen einerseits, für die Konfliktbearbeitung andererseits? Es sollten einerseits Impuls zur Aufarbeitung der vielen Leerstelle gegeben werden, die hierzu im wissenschaftlichen Diskurs existieren. Andererseits sollten Strategien für die demokratiepolitische Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung diskutiert und entwickelt werden.
Leitfragen
- Wie sind die Geschlechterbeziehungen verschränkt mit anderen Konfliktfaktoren?
- Wie können Verschiebungen im Geschlechterverhältnis und Erschütterungen von Geschlechtsidentitäten die Gewaltbereitschaft und Konfliktanfälligkeit von Gesellschaften und Gemeinschaften beeinflussen?
- Welcher Zusammenhang besteht zwischen Gemeinschaftsbildung, Identität und Gender bei der Entstehung, der Austragung und der Bearbeitung von gewaltförmigen Konflikten?
- Welchen Einfluss haben Globalisierungsprozesse auf die Herausbildung (neuer) Geschlechterbilder im Zusammenhang mit Gewaltkonflikten?
- Welche Erkenntnisse und Strategien ergeben sich aus der Praxis in verschiedenen Konfliktregionen?
- Was bedeutet dies in der Konsequenz, für die Konfliktprävention und –bearbeitung sowie für die Konzepte der Kooperation und Unterstützung durch externe AkteurInnen in Krisengebieten?
Sechs Expertinnen aus dem In- unhd Ausland trugen bei diesem Fachgespräch am 12. Mai ihre Erkenntnisse aus Theorie und Praxis vor. Sie wurden im Kreis von circa 35 Fachleuten aus der zivilen Konfliktbearbeitung, der Entwicklungszusammenarbeit und Forschung diskutiert. Die Inputs und Ergebnisse der intensiven Debatten finden Sie auf diesen Seiten.
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Programm |
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9:30 Uhr Begrüßung und Einführung |
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Dr. Antonie Nord, Leiterin Projektgruppe Demokratieförderung unter Bedingungen fragiler Staatlichkeit, Heinrich Böll Stiftung Berlin Gitti Hentschel, Geschäftsführerin Feministisches Institut der Heinrich Böll Stiftung
| 10:00 Uhr |
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| Block I |
Ursachen und Verlauf von gewaltförmigen Konflikten |
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Prof. Dr. Ruth Seifert (Deutschland) Fokus: Ursachen und Geschlechterdynamiken Region: Südosteuropa |
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Dr. Simona Sharoni (Israel/USA) Fokus: Ursachen und Verlauf aus Geschlechterperspektive Region: Naher Osten, Nordirland im Vergleich |
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Dr. Dubravka Zarkov (Niederlande) Fokus: Verhältnis Gender, Identitäten, Ethnizität und bewaffnete Konflikte im Kontext von Globalisierungsprozessen |
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Diskussion mit allen TeilnehmerInnen |
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Moderation: Gitti Hentschel, Feministisches Institut der Heinrich Böll Stiftung |
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| 13:45 Uhr |
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| Block II |
Strategien der Konfliktprävention und -bearbeitung |
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Rachel Wareham (GB) Urgent Action Fund for Women's Rights, Afghanistan |
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Iulia Kharashvili (Georgien) Training for Peace Building, Georgien |
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Ndeye Sow (Senegal) International Alert, Conflict Prevention and Transformation |
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Diskussion mit allen TeilnehmerInnen |
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Moderation: Julia Scherf, Heinrich Böll Stiftung Berlin |
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| 16:15 Uhr |
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| Abschlusspanel |
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Schlussfolgerungen für die Arbeit der Heinrich Böll Stiftung zur Demokratieförderung |
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Dr. Simona Sharoni (Israel/USA) Freie Wissenschaftlerin |
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Rachel Wareham (GB) Urgent Action Fund for Women's Rights |
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Marion Müller (Pakistan/Afghanistan) [musste ihre Teilnahme leider kurzfristig absagen] Regionalbüro der hbs |
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Kommentare der TeilnehmerInnen |
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Moderation: Dr. Antonie Nord, Heinrich Böll Stiftung Berlin |
| 17:00 Uhr Ende des Fachgesprächs, Empfang
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Referentinnen und Moderatorinnen
Gitti Hentschel, Feministisches Institut der Heinrich Böll Stiftung Kommunikationswissenschaftlerin und Sozialpädagogin; seit 4/2000 Geschäftsführerin des Feministischen Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung; freiberuflich Publizistin, Dozen-tin, Mitverlegerin der Wochenzeitung „Freitag“; Vorstandsmitglied des 4. Berliner Frauenhauses; Mitglied der Steuerungsgruppe des Frauensicherheitsrats. 1979 Mitbe-gründerin der „taz“, sechs Jahre lang taz-Redakteurin; danach freiberufliche Journalistin, 1. hauptamtliche Frauenbeauftragte der Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin, Bundessprecherin der Hochschulfrauenbeauftragten. Inhaltliche Schwerpunkte u.a.: Geschlechtersensible Friedens- und Sicherheitspolitik, Trainings und Empowerment-strategien für Frauen, Strategien gegen (sexuelle) Gewalt, Frauen und Medien; interkul-turelle und virtuelle Kommunikation aus Geschlechterperspektive. Publikationen v.a. im Bereich sexueller Gewalt/Mißbrauch; feministische Ansätze für die Friedens- und Sicherheitspolitik. Einführung als >> PDF Download
 Iulia Kharashvili, Georgien Studium der Physik an der Universität Tbilisi, Georgien. Seit ihrer Vertreibung aus Ab-chasien (1993) engagiert sie sich ehrenamtlich und beruflich für IDPs (Internally Dis-placed Persons). Seit 1997 ist sie im Bereich der Flüchtlingsarbeit, insbesondere mit Frauenorganisationen, und des Peacebuildings für die UNDP tätig. 2004 erhielt sie von der IRC Refugee Women’s Commission für ihren Einsatz den “Voices of Courage” Award. Beitrag als >> PDF Download
Dr. Antonie Nord, Heinrich Böll Stiftung Deutschland Studium der Politikwissenschaft und der Wirtschaftsgeographie in Hamburg. Mehrere Studien- und Forschungsaufenthalte in Afrika, u.a. bei der „United Nations Economic Commission for Africa (UNECA)“ in Äthiopien (1995-1996). Von 1998 bis 2001 wis-senschaftliche Mitarbeiterin in einem von der Volkswagen-Stiftung geförderten Projekt zu politischen Transformationsprozessen in Afrika. Dissertation zum Thema: „Die Le-gitimation der Demokratie im Südlichen Afrika“ (2001). Von 2001 bis 2002 wissen-schaftliche Mitarbeiterin am Institut für Afrika-Kunde (Verbund Deutsches Übersee-Institut) in Hamburg und aktuell Leiterin des Afrikareferats der Heinrich Böll Stiftung in Berlin

Julia Scherf, Heinrich Böll Stiftung Deutschland Heinrich Böll Stiftung, Deutschland. Studium der Politikwissenschaft, Wirtschaft und Amerikastudien an den Universitäten Madison WI, USA und der Goethe Universität Frankfurt. Sie arbeitet seit 1995 für die Heinrich Böll Stiftung, von 2001 bis 2006 als Leiterin des HBS Büros Israel. Seit 2006 ist sie Leiterin des Asienreferats der Heinrich Böll Stiftung in Berlin.
Ruth Seifert, Fachhochschule Regensburg Professorin für Soziologie an der Fachhochschule Regensburg, Deutschland. Sie hat Sozialwissenschaften und Amerikanistik in München und Philadelphia studiert. Aktuelle Forschungsinteressen: Soziologie ethnisch-nationalistischer Konflikte, Geschlecht und bewaffnete Konflikte, Geschlecht und Militär. Jüngste Publikationen: "Nationalism and Beyond: Memory and Identity in Post-War Kosovo/a" in: Lynne Christine Alice (ed.), Ethnocentrism, Minority Rights and Civil Society in the Balkans, Peter Lang (im Druck); "Discourses on Female Nature Revisisted: Soldiers and Mothers in the German Army", in: Women´s Military Studies Group (ed.), Women in the Military. Where They Stand, Washington (im Druck). Beitrag als >> PDF Download

Simona Sharoni, USA PhD in Conflict Analysis and Resolution an der George Mason Universität, arbeitet als freie Wissenschaftlerin in den USA. Von 2001 bis 2004 war sie Executive Director of the Peace and Justice Studies Association (PJSA) in Evergreen State College in Olympia, Washington. Sie ist Autorin des Buches Gender and The Israeli-Palestinian Conflict: The Politics of Women's Resistance. New York: Syracuse University Press, 1995. Beitrag als >> PDF Download
Ndeye Sow, International Alert arbeitet für International Alert als Senior Adviser im Programm “Afrika/Große Seen”. Sie beschäftigt sich seit 18 Jahren mit der Entwicklung, Umsetzung, Koordination und Evaluierung von Programmen in den Bereichen Gender und Entwicklung sowie Gender und Konflikttransformation. Sie arbeitete für Abantu for Development, GB, das Africa Research and Information Bureau (ARIB),GB sowie die Association of African Women for Research and Development (AAWORD) Senegal. Bei International Alert ist sie seit 1995. Beitrag als >> PDF Download

Rachel Wareham, Urgent Action Fund for Women’s Rights, Afghanistan Vorstandsmitglied des Urgent Action Fund for Women’s Rights. Rachel Wareham ar-beitet seit einigen Jahren in Afghanistan, unter anderem für Medica Mondiale (2002 – 2005). Zuvor war sie fünf Jahre lang für Frauen-NGOs im ländlichen Kosova und in an-deren Projekten in der Region tätig. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Status von Frau-enMenschenrechte in der Balkanregion.

Dubravka Zarkov, Institute of Social Studies, The Hague Sozialwissenschaftlerin, Professorin am Institute of Social Studies in Den Haag. Sie ist spezialisiert auf die Schnittstelle von Gender, Sexualität und Ethnizität/Race im Kontext von Konflikten. Gemeinsam mit Cynthia Cockburn gab sie The Postwar Moment: Mili-taries, Masculinities and International Peacekeeping (Lawrence & Wishart, 2002) heraus. Ihr Buch über die symbolische Bedeutung des weiblichen und des männlichen Körpers im Krieg in Ex-Yugoslawien wird demnächst bei Duke University Press (USA) erscheinen, ein Buch über Gender, gewaltförmige Konflikte und Entwicklung bei Zubaan (Indien). Beitrag als >> PDF Download
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Aktualisiert: 01.12.2006, mfr
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