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Frieden und Sicherheit für alle |
Eine feministische Kritik der gegenwärtigen Sicherheitspolitik: Ein Diskussionspapier
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„Das Erreichen von Frieden, sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit ist untrennbar verbunden mit der Überwindung von Beherrschung und Unterwerfung in sozialen Beziehungen. Tatsächliche Sicherheit erfordert nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern auch die Abschaffung ungerechter sozialer Verhältnisse, Geschlechterverhältnisse eingeschlossen.“ Judith Ann Tickner |
Feministische friedens- und sicherheitspolitische Analysen setzen bei einem menschenrechtsorientierten Verständnis von Sicherheit an. Das Individuum steht mit seinen Rechten und Bedürfnissen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Kategorie Geschlecht hat gesellschaftsstrukturierende Bedeutung, deshalb muss sie auch in sicherheitspolitischen Fragen reflektiert werden. Geschlechtersensible Analysen fokussieren deshalb auf die Ursachen von Konflikten, auf geschlechterspezifische Auswirkungen von Konflikten, auf die Vielfältigkeit von sozialen Rollen von Männern wie von Frauen und auf geschlechterspezifische Bedürfnisse. Geschlechtersensible Sicherheitspolitik berücksichtigt diese Erkenntnisse.
Feministische Positionen sind außerdem stark friedenspolitisch orientiert. Als solche stehen sie häufig in fundamentaler Opposition zum Einsatz von Gewalt. Die Frage nach den Ursachen von Konflikten bietet Zugangsmöglichkeiten, die auf zivile Konfliktprävention statt Intervention setzten. Viele, häufig von Frauen getragene Initiativen, wie die europäischen Peace Brigades für Guatemala oder gemeinsame Friedensinitiativen von palästinensischen und israelischen Frauen, zeigen die Möglichkeiten präventiver, friedensbildender Arbeit auf. Gleichzeitig stehen Feministinnen vor dem Dilemma, drohendem Genozid, wie aktuell in Darfur, oder fundamentalen Menschenrechtsverletzungen, wie in Afghanistan zu Zeiten der Taliban, nicht (mehr) mit präventiven und zivilen Maßnahmen etwas entgegensetzen zu können. Unter genau festzulegenden Bedingungen und nur unter UN-Mandat kann der Einsatz militärischer Mittel akzeptiert werden. Vor diesem Hintergrund fordern Feministinnen auch systemimmanente Veränderungen wie Gender-Trainings, geschlechtersensible Interventionspolitik und die Stärkung der Vereinten Nationen
Der Vergleich mit gegenwärtiger Sicherheitspolitik – wie sie uns in den Medien täglich vorgeführt wird – zeigt, dass feministische Ansätze mit dem breiten Sicherheitsbegriff und dem Fokus auf Prävention und der darin integrierten Geschlechterperspektive einen substantiellen Beitrag zu aktuellen politischen Herausforderungen leisten.
Das Diskussionspapier des Feministischen Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung legt die Notwendigkeit feministischer Interventionen in diesem Politikfeld sowohl auf konzeptioneller als auch auf praktischer Ebene dar. Gleichzeitig orientiert es sich an der Vision feministischer Friedens- und Sicherheitspolitik Frieden und Geschlechtergerechtigkeit gemeinsam zu denken. Deshalb schließt das Papier mit konkreten Forderungen als Impuls für politische EntscheidungsträgerInnen, lädt aber auch ein zur Diskussion um Perspektiven und Möglichkeiten einer Friedens- und Sicherheitspolitik für alle.
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Bestellt werden kann das Diskussionspapier als Paperback (5 Euro plus Versandkosten) per E-Mail: info@boell.de Sie können es auch direkt herunterladen: >> PDF Download
Das Feministische Institut ist gespannt auf Diskussionsbeiträge, Kritik und Kommentierungen!
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Aktualisiert: 29.11.2006, mfr