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Inhalte und Ziele des Frauensicherheitsrats (FSR) |
Nachhaltige Sicherheitspolitik braucht die Genderperspektive
| Sicherheitspolitik - eine Männerbastion
Die traditionelle staatliche Außen- und Sicherheitspolitik ist noch immer eine Männerdomäne. Politikdiskurse und Entscheidungen werden von Männern gemacht und dominiert. Nur wenige Frauen finden sich in verantwortlichen Positionen. Auf der anderen Seite nehmen der Staat und seine vorwiegend männlichen Akteure Frauen vor allem als Opfer und passiv Leidende in kriegerischen Auseinandersetzungen wahr.
| Frauen - unverzichtbar in der Konfliktbewältigung
Dagegen sind es meist Frauen, die das Überleben der Gemeinschaft in Kriegs- und Nachkriegszeiten organisieren und durch ihre Arbeit den Hauptanteil am (Wieder-)Aufbau der Gesellschaft leisten. Tatsächlich haben Frauen in Friedensprozessen, in der Krisenprävention und der gewaltfreien Konfliktbearbeitung und -transformation eine aktive Rolle. Das wird von der Politik ignoriert. Deshalb werden Frauen kaum oder gar nicht in offizielle Friedensverhandlungen oder UN-Missionen einbezogen. Und die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen in Krisengebieten, Flüchtlingslagern oder beim Aufbau von Entwicklungsprojekten werden zu wenig gesehen.
| Ziele und Arbeitsschwerpunkte
Zentrales Anliegen des Frauensicherheitsrats ist die Umsetzung der UN-Resolution 1325. Diese fordert die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an friedenserhaltenden bzw. -schaffenden Maßnahme. Deshalb war sein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt die Politikbegleitung der Bundesregierung, solange sie Mitglied im Weltsicherheitsrat war (bis Ende 2004). Inzwischen setzt sich der FSR intensiv mit der europäischen und bundesdeutschen Sicherheitsstrategie auseinander und strebt den Aufbau eines europäischen Frauensicherheitsnetzwerks an. Darüber hinaus arbeitet er zur UN-Reform. Der Frauensicherheitsrates konzentriert sich im wesentlichen auf
- Umsetzung der UN-Resolution 1325
- Verankerung von Friedens- und Sicherheitspolitik unter Geschlechterperspektive
- Entwicklung eines Begriffs von 'menschlicher Sicherheit' (human security) aus Gender-Perspektive
- Peace Mainstreaming
- Stärkung der UN und der Völkerrechts- sowie Menschenrechtsstandards
- Überprüfung der Umsetzung der Aktionsplattform von Peking
- Analyse von Terrorismus und dessen Verständnis bzw. von Anti-Terrormaßnahmen aus Gender-Perspektive
- beispielhafte Analysen von Vorschlägen und Maßnahmen für spezifische Kriegs- und Konfliktregionen, wie Irak, Israel/Palästina, Afghanistan
- Bildung eines ExpertInnenpools
- Aufbau eines europäischen Frauensicherheitsrats.
Europaweite Vernetzung
Wie kann gezielt Einfluß auf die europäische Friedens- und Sicherheitspolitik genommen werden? Wie kann die unverzügliche Umsetzung der UN-Resolution 1325 in den verschiedenen EU-Mitgliedsländern und in europäischen Konfliktregionen vorangetrieben werden? Ein erstes europäisches Strategie- und Vernetzuzngstreffen fand am 11. September 2005 in Berlin statt. Daran nahmen rund 25 Frauen aus 8 europäischen Ländern teil. Ihr gemeinsames Ziel: die frauen/friedenspolitische Vernetzung europaweit voranzutreiben! Als erstes Ergebnis wurde eine Mailingliste eingerichtet, um die weitere Kommunikation und Aktionsplanung zu erleichtern. Inzwischen wurde es aber auch schon ganz konkret: Eine bei dem Treffen beschlossene länderübergreifende Aktion zum 5. Jahrestag der UN-Resolution 1325 wurde am 31. Oktober öffentlichkeitswirksam umgesetzt. Motto: "Frauen an die Verhandlungstische". Für die Zukunft ist eine europäische Konferenz zum Thema Frieden und Sicherheit aus Genderperspektive geplant.
[mehr zur Aktion vom 31.10.2005]
[Bericht zum 1. Europäischen Vernetzungstreffen >> Download PDF]
Aktualisiert: 20.01.2006, afe