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Service » Archiv | Archive » Themen im Archiv | Topics » (A) Impulse » 8. März 2006
   
  Frauenaktionen zum 8. März 2006




Rote Karte gegen Krieg, Gewalt und Zwangsprostitution


Animation Rote Karte


Frauen-
Aktionen

rund
um
den
8. 
März









Berlin: Unterschriften zum 8. März 2006
Aufruf der US-Amerikanischen Frauenfriedensgruppe Code Pink zum Internationalen Frauentag. Es werden Unterschriften zur US-amerikanischen Botschaft und zum Amt der Bundeskanzlerin gebracht. Motto: "Gegen Krieg und Terror - für Frieden im Irak - Solidarität mit Friedensfrauen in den USA und im Irak und in anderen Ländern".
Treffpunkt: Mittwoch, 08.03.2006, 17:00 Unter den Linden (Cafe Einstein)
Aufruf unter http://www.womensaynotowar.org/Unterschriftenliste (auf Englisch, bei "state/region" klick auf "other" unten).
Mehr Infos unter Women and Life on Earth, E-Mail
info@womenandlife.org
 
 
Europa: Rote Karte gegen Zwangsprostitution bei der WM 2006
Zum Internationalen Frauentag erklärt die Abgeordnete und Grünen-Koordinatorin im EP-Frauenausschuss, Hiltrud Breyer MdEP (Bündnis 90/ Die Grünen): 
 
"Auf Initiative der Grünen wird sich das Europaparlament diese und nächste Woche ausführlich mit der WM 2006 befassen. Erstmalig wird das Parlament deutlich machen, dass Zwangsprostitution im Kontext großer Sportveranstaltungen nicht toleriert wird und zu Aktionen aufrufen: der  8. März ist der Anpfiff zum EU-weiten Kampf gegen das Verbrechen Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Ein erster Erfolg ist, dass der Deutsche Fußballbund eingelenkt hat und sich jetzt doch an einer Kampagne gegen Zwangsprostitution beteiligt. Ohne den Druck der Frauenverbände aus Deutschland und Europa hätten sie weggeschaut und das Thema heruntergespielt. Zum Fair Play im Sport gehört ganz klar die Absage an Zwangsprostitution. Es ist zu hoffen, dass das Seminar und die Resolution des Parlaments in Strasbourg am 14. März ein klarer Weckruf für den DFB, die FIFA und alle Beteiligten der WM 2006 sind, Zwangsprostitution eindeutig zu ächten.
 
Am 13. März werden Kommission und Rat in Strasbourg Farbe bekennen müssen, wie Menschenhandel und Zwangsprostitution in Europa gestoppt werden können. Schon dieses Jahr müssen dazu europaweite Notrufnummern geschaltet und ein Tag gegen Menschenhandel initiiert werden. Die EU ist aufgefordert, dem Verbrechen Menschenhandel ganz klar die Rote Karte zeigen!"
 
 
Köln, 8. März: Internationale Konferenz zum Thema Ehrenmorde

Kritikerinnen des politischen Islams und Frauenrechtlerinnen treffen zusammen, um in einer gemeinsamen Konferenz über das gesellschaftliche Phänomen der Ehrenmorde zu diskutieren. In Deutschland ist die Zahl der Ehrenmorde besonders hoch. Der Mord an Hatun Sürücü im Februar 2005 hat viel Aufmerksamkeit erregt und Fragen aufgeworfen: Was ist ein Ehrenmord? Wo treten Ehrenmorde häufiger auf? Gibt es eine globale Statistik über das Auftreten von Ehrenmorden? Und nicht zuletzt: Wie kann man gegen Ehrenmorde in der ganzen Welt vorgehen?

Aktivistinnen aus aller Welt sind zu der Konferenz eingeladen und werden am 8. März diskutieren und streiten:

  • Ayan Hirsi Ali, Niederlande: Bekannte Islamkritikerin, Drehbuchautorin des umstrittenen, islamkritischen Films: Submission; lebt seit der Ermordung Theo van Goghs unter Polizeischutz
  • Homa Arjomand, Kanada: Leiterin der erfolgreichen Kampagne *No Sharia" gegen die Durchsetzung islamischer Gesetze in Kanada
  • Fatma Bläser, Deutschland: Vorkämpferin gegen die Zwangsverheiratung junger türkischer Frauen
  • Maryam Namazie, England: Gekürt in England zur *Säkularen Frau des Jahres 2005" und bekannte Kritikerin des politischen Islams und des kulturellen Relativismus
  • Azar Majedi, England: Vorsitzende der Organisation Women's Liberation * Iran, Moderatorin des Fernsehprogramms *No to political Islam", London
  • Christa Stolle, Deutschland: Bundesgeschäftsführerin *Terre des Femmes', Aktivistin gegen Ehrenmorde
  • Hannelore Wilmanns, Deutschland: Amnesty International
  • Mina Ahadi, Deutschland: Vorsitzende des Internationalen Komitees gegen Steinigung

Wir laden alle deutschen und internationalen Medien dazu ein, dieser wichtigen Konferenz beizuwohnen und über Beiträge und Vorschläge dieser kompetenten Runde zum Kampf gegen Ehrenmorde zu berichten.

Die Veranstaltung wird unterstützt von:
Women's Liberation-Iran, http://www.azadizan.com/
No Shari'a, International Campain Against Shari'a Court in Canada, http://www.nosharia.com/
Internationales Komitee gegen Steinigung, http://www.stopstoningnow.myphotos.cc/
Terre des Femmes, http://www.terre-des-femmes.de/
'Vergesst niemals Hatun' Kampagne gegen Ehrenmorde

Mina Ahadi, Sprecherin der Konferenz: Mobile-Fon +49 (0) 177 56 92 413, E-Mail minaahadi@aol.com
Nazanin Borumand, Koordinatorin: Mobile-Fon +49 (0) 172 40 44 323, E-Mail hatun_kampagne@yahoo.de

 
 
Cindy Sheehan in Berlin am 15. März 2006
Mittwoch Abend, 15.03.2006: Cindy Sheehan und Major Florian Pfaff in Berlin
Infos über Cindy Sheehan und ihre Reise nach Europa unter
http://www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/aktionen/003560.html
 
 
Berlin: Aktionstag am 18. März 2006
Samstag, 18.03.2006: Internationaler Aktionstag zum 3. Jahrestag des Irak-Krieges

Treffpunkt: 15 UHR Mehringdamm/Gneisenaustraße über Hermannplatz, Kottbusser Tor zum Heinrichplatz
Motto: "Gegen Krieg und Besatzung - im Iran Neue Weltordnungskriege verhindern - Kein Angriff gegen Iran - Deutsche Unterstützung beenden"

Infos: http://www.achse-des-friedens.de/  und Women and Life on Earth e.V., Marienstr. 19/20, 10117 Berlin, E-Mail mailto:info@womenandlife.org, Homepage http://www.womenandlife.org/, Tel:  + 49 - 30 2848 2170


Logo ABPFIFF

Fußball-Weltmeisterschaft 2006
ABPFIFF - Gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

Im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft, die 2006 in Deutschland ausgetragen wird, wird mit einer starken Zunahme der Prostitution an den Austragungsorten gerechnet. Denn erfahrungsgemäß steigt bei großen Sportveranstaltungen - wie zuletzt bei der Olympiade in Athen bekannt wurde - die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen in der Umgebung der Wettkampfstätten sprunghaft an. Menschenrechts- und Frauenorganisationen befürchten, dass im Zusammenhang mit der WM 2006 auch der Menschenhandel und die Zwangsprostitution zunehmen werden.

Aus diesem Grund hat sich der DEUTSCHE FRAUENRAT mit einem Brief an die Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft gewandt und sie gebeten, öffentlich zu erklären, dass sie ihren Sport nicht mit dieser Menschenrechtsverletzung verbunden sehen wollen. „Sagen Sie, die in den Augen vieler ‚richtige Männer’ sind, offen, dass richtige Männer gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution sind„ heißt es wörtlich in dem
Brief der Vorsitzenden, Brunhilde Raiser, an die Nationalspieler. Bislang reagierte darauf als einziger der Torhüter Jens Lehmann. In seiner Antwort heißt es: „Ich werde dieses Anliegen an meine Nationalmannschaftskollegen weiter leiten und die Ergebnisse einer eventuellen Diskussion an Sie berichten… Gegebenfalls werde ich auch an
meine Kollegen in London herantreten, die voraussichtlich an der WM teilnehmen werden.„ Der Leiter des Büros der Nationalmannschaft teilte hingegen mit, dass die Nationalmannschaft sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sei; gleichwohl würden sowohl der Bundestrainer als auch die Nationalmannschaft „Ihrem gut gemeinten Appell aus grundsätzlichen Erwägungen nicht folgen„.

Gleichzeitig mit dem Schreiben an die Nationalspieler forderte der DEUTSCHE FRAUENRAT das DFB-Präsidium auf, eine Kampagne „Männer sind gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution„ während der WM 2006 durchzuführen. Der Ehrenpräsident des DFB, Egidius Braun, der Präsident des WM-Organisationskomitees, Franz Beckenbauer, der Bundestrainer, Jürgen Klinsmann, der Bundesminister des Inneren, Otto Schily, und die
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt wurden gebeten, eine solche Kampagne zu unterstützen.

Hier liegt bislang eine Antwort des Vizepräsidenten des DFB, Wolfgang Niersbach vor. Seinem Schreiben beigelegt war ein Brief des DFB-Präsidenten Mayer-Vorfelder an die Bundesfrauenministerin Renate
Schmidt. Diesem ist zu entnehmen, dass sich der DFB und das WM-Organisationskomitee mit dieser „leidigen Angelegenheit„ nicht befassen werden. „Denn gemeinsam mit der FIFA ist die Entscheidung gefallen, sich bei Aktivitäten im sozialen Bereich auf UNICEF und die SOS-Kinderdörfer zu konzentrieren„, heißt es in Mayer-Vorfelders Brief an die Bundesfrauenministerin.

Auch die OberbürgermeisterInnen der Austragungsorte der WM 2006 informierte der DEUTSCHE FRAUENRAT über den Brief an die Nationalspieler. Sie wurden gebeten, „alles in ihren Kräften stehende zu tun, damit die o.g. Befürchtungen sich nicht bewahrheiten„. Nur die Städte Berlin und Köln machten in ihren Antworten bislang deutlich, dass sie die zu befürchtende Entwicklung im Auge haben und entsprechende Vorkehrungen treffen wollen.

Weitere Stellungnahmen, Reaktionen und Informationen:

  • Wowereit pfeift Zwangsprostitution ab
    Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, übernimmt die Schirmherrschaft für die Kampagne „ABPFIFF – Schluss mit Zwangsprostitution“, die der Deutsche Frauenrat anlässlich der Fußball-WM 2006 initiiert hat. Mehr dazu in seiner Presseinformation vom 8. Februar 2006 [>> Download PDF].

  • PR-Workshop zur Kampagne
    Damit ABPFIFF ein geballter Erfolg wird, laden Öffentlichkeitsarbeiterinnen der beteiligten Mitgliedsverbände zu einem PR-Workshop am 17. - 18. Februar 2006 im Bildungszentrum Erkner bei Berlin ein. Das Programm des Workshops finden Sie hier zum [>> Download PDF].

  • Newsletter zu ABPFIFF
    Die Kampagne rollt, die Nachrichten überstürzen sich. Wer laufend informiert sein möchte, kann einen Newsletter bestellen. Die erste Ausgabe finden Sie hier zum [>> Download PDF].

  • Material-Dossier des Frauenrates
    Umfangreiche Materialien zum Hintergrund der Kampagne ABPFIFF hat der Deutsche Frauenrat für Interessierte zusammengestellt. Das Dossier auf der Homepage des Frauenrats ist leider 3 MB schwer, aber lesenswert. [>> Download PDF].

  • Fußball über alles?
    Kritik wird an der Fußball-WM auch aus anderen Gründen und von anderer Seite geübt: Helke Sander verweist in einem offenen Brief an die Rundfunkräte von ARD und ZDF auf die unverhältnismäßige Präsenz von Fußball-Berichterstattung im öffentlichen Fernsehen - aus feministischer Perspektive. Brief im Volltext hier [>> Download PDF].

  • Verwandte Werbekampagne gegen Zwangsprostitution: "Verantwortlicher Freier"
    Die Kampagne versucht provokant und spielerisch den potenziellen Freier zu erreichen, ohne ihn zu verurteilen. Der Slogan lautet „Verantwortung kann man nicht in Zentimetern messen.“ Im Laufe des Jahres werden 9 000 Plakate mit diesen Texten in Berliner Herrentoiletten aufgehängt, 20 000 Tüten mit Fruchtgummis verteilt und eine fünfsprachige Website geschaltet. Die Kampagne wurde von Ban Ying e.V. konzipiert in Zusammenarbeit und mit der Werbeagentur schiebe preil & bayer erarbeitet. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowerweit übernimmt auch für diese Kampagne die Schirmherrschaft. [Homepage der Kampagne]

Weitere Materialien und Infos:


Aktualisiert: 31.05.2006