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Zweites Kolleg | Ausschreibungstext - nur zur Information! |
Antwortfrist auf die Ausschreibung für das Gunda-Werner-Promotionskolleg ist verstrichen
Studienwerk und Feministisches Institut der Heinrich Böll Stiftung schreiben in Kooperation mit dem Zentrum für feministische Studien der Universität Bremen Promotionsstipendien zu folgendem Rahmenthema aus:
"Genderdynamiken in gewaltförmigen Konflikten"
Für die Entstehung und den Verlauf von gewaltsamen Konflikten sowie für die Konfliktbearbeitung spielen Geschlechterverhältnisse eine bedeutende Rolle. So geht der Ausbruch von gewaltförmigen Konflikten nicht nur einher mit krisenhaften ökonomischen, politischen und kulturellen Prozessen, sondern wird auch begleitet von Verschiebungen im Geschlechterverhältnis und von der Erschütterung von (Geschlechts-) Identitäten. In der Austragung von Konflikten wiederum spielen Geschlechterkonstruktionen der beteiligten AkteurInnen eine erhebliche Rolle, die sich u.a. in den kulturellen Legitimationen des Einsatzes von Gewalt, den symbolischen Anordnungen der Konfliktparteien und in den geschlechtsspezifischen Konsequenzen des Konfliktes niederschlagen. Gewaltförmigen Konflikten gehen notwendigerweise Prozesse der Gemeinschaftsbildung voraus, in denen "Ethnie" und "Gender" eine erhebliche Bedeutung haben. Die Frage, welche Genderdiskurse sich in welchen Kontexten durchsetzen, hat nicht nur Bedeutung für die Austragung von Konflikten und die Konfliktbearbeitung, sondern lenkt den Blick auch auf die Genderverhältnisse in den Staaten, deren militärische PeacekeeperInnen und zivile KonfliktbearbeiterInnen in den jeweiligen Krisengebieten tätig sind.
Ziel des im Jahre 2003 gestarteten Promovierendenkollegs ist es, wissenschaftliche Arbeiten zur Rolle sowohl von Gemeinschaftsprozessen als auch von Genderdynamiken in der Entstehung, der Austragung und der Bearbeitung von Gewaltkonflikten zu fördern. In diesem Zusammenhang liegt der Schwerpunkt auf gewaltförmigen Konflikten in Europa, auf der Analyse der internationalen AkteurInnen (u.a. supranationale, staatliche/nichtstaatliche Organisationen, Fraueninitiativen, zivile/militärische PeacekeeperInnen) in Krisengebieten und auf die mit diesen Prozessen verbundenen genderpolitischen und kulturellen Rückwirkungen auf die jeweiligen Gesellschaften.
Daraus ergeben sich u.a. folgende Themenschwerpunkte:
- Gemeinschaftsbildungen, Identität und Gender in gewaltförmigen Konflikten
Wie beeinflussen Verschiebungen im Geschlechterverhältnis und Erschütterungen von Geschlechtsidentitäten die Gewaltbereitschaft und Konfliktanfälligkeit von Gesellschaften und Gemeinschaften? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Gemeinschaftsbildung, Identität und Gender bei der Entstehung, der Austragung und der Bearbeitung von gewaltförmigen Konflikten? Welche Bedeutung haben soziale Konstruk-tionen des Körpers für geschlechtsspezifische Positionierungen zu Gewalt und zur Gemeinschaft sowie für Diskurse über Gewaltkonflikte?
- Globalisierung, Gender und Militär
Welchen Einfluss haben Globalisierungsprozesse auf die Herausbildung neuer Formen von Männlichkeit im Zusammenhang mit Gewaltkonflikten? Welche Rolle spielt Gender in Sicherheitsdiskursen und bei der Legitimation militärischer Konflikte?
- Gender in neuen Peacekeeping- und Peacebuilding-Szenarien
Welche Akteurskonstellationen haben sich in den Peacekeeping- und Peacebuilding-Szenarien herausgebildet und welchen Einfluss hat die Geschlechtsidentität der unterschiedlichen AkteurInnen für die Tätigkeit im Einsatzland? Wie werden die Peacebuildingsszenarien und Gendermainstreaming von der lokalen Bevölkerung wahrgenommen? Welchen Einfluss hat im Rahmen der Konfliktbearbeitung die juristische Verfolgung geschlechtsspezifischer Gewalt für die Gestaltung der Geschlechterverhältnisse in Nachkriegsgesellschaften und für die Bildung von Frauenbündnissen?
Die angeführten Fragestellungen bilden einen thematischen Rahmen, in dem StipendiatInnen eigene Ideen und Ansätze zum Thema entwickeln können. Das Kolleg ist interdisziplinär angelegt und wendet sich an InteressentInnen der Soziologie, der Ethnologie, der Politik- und der Kulturwissenschaften sowie der Friedens- und Konfliktforschung.
BetreungsprofessorInnen: PD Dr. Christine Eifler: eifler@artec.uni-bremen.de Prof. Dr. Ruth Seifert: ruth.seifert@planet-interkom.de Prof. Dr. Eva Senghaas-Knobloch: am@artec.uni-bremen.de Dr. Konstanze Plett: plett@uni-bremen.de Ansprechpartnerin der Heinrich Böll Stiftung:
Ansprechpartnerin der Heinrich Böll Stiftung: Studienwerk der Heinrich Böll Stiftung, Jutta Helm helm@boell.de Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin Tel.: 030 - 28534-405, Fax: 030 - 28534-5405
Aktualisiert: 30.11.2004, hbr
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